Als Deutschland für Trump LNG-Terminals bauen wollte

Wir schreiben das Jahr 2019, und der US-Amerikanische Präsident Trump ärgert sich über die deutschen Gas-Geschäfte mit dem alten und neuen Klassenfeind Russland. Durch eine neuartige Förder-Methode, die sich Fracking nennt, verfügt er mittlerweile über sehr viel überschüssiges Gas, mal abgesehen davon, dass es auf der Weltmarkt ein Überangebot davon gibt.

Für die Bundesrepublik ist das Gas-Geschäft mit Russland jedoch optimal. Die Versorgung funktioniert relativ umweltfreundlich und kostengünstig über Pipelines. Eine weitere davon, die direkt durch die Ostsee führt, ist aktuell im Bau: North Stream 2.

Aber Trump macht Druck. Seit 2016 sind die Vereinigten Staaten der größte Gas-Produzent der Welt, und nun soll sich endlich auch Deutschland umorientieren. Auch fordert er einen sofortigen Baustopp der neuen Ostsee-Pipeline.

Merkel lenkt ein bisschen ein. North Stream 2 wird zwar weitergebaut, aber auch den Bau von LNG-Terminals sieht sie nun vor. Diese Terminals werden für die amerikanischen Tankschiffe benötigt. Das beförderte Flüssiggas kann dort wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht und in unser Gasnetz eingespeist werden.
Die geplanten Standorte der Terminals: Stade, Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Wirtschaftsminister Altmeyer soll sich darum kümmern.

Aber es gibt Protest: Die Deutsche Umwelthilfe schaltet sich ein. Sie kritisiert das Fracking-Verfahren als Methode zur Gas-Gewinnung in den USA. Schließlich werden bei diesem Verfahren durch starken Druck Risse im Boden erzeugt, und unter Druck kommen da giftige Substanzen rein, die u.a. das Grundwasser verschmutzen.

Auch wird beim Fracking Methan freigesetzt, das als eines der der klimaschädlichsten Gase gilt und im hohen Maße für die Erderwärmung verantwortlich ist. Hinzu kommen beim Gas-Handel mit den Vereinigten Staaten die vielen schweren Gas-Tankschiffe. Ihr permanenter Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen ist ebenfalls nicht förderlich für das gesetzte Klimaneutralitätsziel.

Heute im Jahr 2022 ist dies kein Hinderungsgrund mehr. Schließlich hat Russland die Ukraine überfallen. Die darauffolgenden Sanktionen haben die Gaspreise explodieren lassen und Deutschland macht sich nun endlich ans Werk. Zum Jahreswechsel gehen die ersten mobilen, auf Schiffen installierten, LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an den Start gehen, und weitere werden folgen…

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