Der große Regen

Sebastian Schwindler:

Seit den frühen Nachmittagsstunden regnet es unaufhörlich im gesamten Bundesgebiet, und das flächendeckend und mit verheerenden Konsequenzen.
So bleiben beim großen Stadtjubiläumsfest in Hennef die Gäste aus, und die Pfützen an der Bushaltestelle Bettina-Hübner-Straße in Eisenhüttenstadt, sind so großflächig, dass es dort nur noch schwer möglich ist, in die 26 zu steigen, ohne nasse Füße zu bekommen.

Ich darf nun unseren Wetterexperten, Professor Doktor Lichterglanz, begrüßen, vom Deutschen Wetterdienst in Schogetten.

Prof. Dr. Lichterglanz:

Hallo Basti, du alter Ganove. Erstmal sende ich dir und deinen Zuschauern herzliche Grüße aus unserer beliebten Schokoladenstadt. Sie ist immer eine Reise wert, und sorgt für ein kulinarisches Erlebnis.

Sebastian Schwindler:

Schokoladenstadt? Dann wissen wir jetzt endlich, woher die leckeren Schogetten kommen, und woher sie ihren Namen haben.

Prof. Dr. Lichterglanz:

Basti, wenn du diese kleinen Schokowürfel meinst, die es in verschiedenen Sorten gibt, dann muss ich dich leider enttäuschen. Die kommen aus Bergisch Gladbach. Wir sind hier berühmt für unsere Reisebacher Butterschokotörtchen mit karamellisierten Joghurthaferflocken, und es gibt in Schogetten auch ein tolles Schokoladenmuseum am Jan-Eckenstreifer-Platz.

Sebastian Schwindler:

Schokotörtchen mit Joghurtflocken? Die kenne ich gar nicht.

Prof. Dr. Lichterglanz:

Du bist eben kein Oberfranke, Basti. Da kann man dir jetzt auch nicht helfen.

Sebastian Schwindler:

Vielen Dank, Herr Professor.

In Strömen an der Emsig, einem kleinen Ort, der besonders betroffen ist, wartet nun unsere In- und Auslandskorrespondent Erwin Wenzelkopp auf uns. Er hat einen alteingesessenen Emsiger ans Mikrofon bekommen, wie ich gerade sehe, mit ungepflegtem Bart, möglicherweise ist es auch ein Landstreicher. Wir schalten uns zu.

Guten Tag Wenzi, wie stark regnet es noch in Strömen?

Erwin Wenzelkopp:

Hallo Basti, ja was soll ich sagen, es regnet hier in Strömen, und neben mir habe ich einen Herrn stehen, der bereits Vorkehrungen trifft.

Sebastian Schwindler:

Ja, Vorbereitungen sind wichtig bei so einer Wetterlage. Abdichten von Türen und Fenstern, Notfallmaterial bereithalten, wie Sandsäcke, Trinkwasser und Medikamente, und sicherstellen, dass die Controller der Playstation aufgeladen sind.

Erwin Wenzelkopp:

Basti, der Mann der hier neben mir steht, trifft eigentlich ganz andere Vorbereitungen. Lassen wir ihn mal zu Wort kommen.

Sebastian Schwindler:

Es ist auch wichtig, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen, und den Aufzug nicht zu benutzen. Man sollte auch nicht auf ein freies Feld gehen, und eine lange Eisenstange in die Luft halten, wenn es gerade blitzt.

Erwin Wenzelkopp:

Basti, wir lassen mal diesen Mann hier neben mir zu Wort kommen.

(Zu dem Mann…)

Wie bereiten Sie sich vor?

Mann:

Wir besorgen Zypressen, Holz und Pech, und dafür haben wir schon alle Baumärkte hier in der Umgebung geplündert, und nun zimmern wir uns eine Arche. Meine Frau ist gerade dabei, Tiere einzusammeln.

Erwin Wenzelkopp:

Woran erinnert mich das gerade?

Mann:

Jedenfalls geht unsere Reise in Kürze los. Es gibt nur noch wenige Resttickets.
Sind Sie interessiert?

Erwin Wenzelkopp:

Das geht leider nicht. Ich muss arbeiten.

Mann:

Dann kann ich nur noch sagen: Leb Wohl.
Ich hoffe für Dich, dass Du ein guter Mensch warst.

Erwin Wenzelkopp:

Also irgendwie macht mir der Typ Angst, Basti.

Sebastian Schwindler:

Zum Schluß schauen wir noch auf unsere vielsagende Wetterkarte.
Wie ist die Prognose für die nächsten Tage?

Es regnet weiter!