Zu Besuch auf der alten Enterprise

Als die Sechziger Jahre langsam zu ende gingen, und die Beatles ihren Gassenhauer „All You Need is love“ trällerten, wurde in Südafrika die erste Herztransplantation an einem Menschen durchgeführt. In Deutschland kam der Student Benno Ohnesorg bei einer Demo gegen den Staatsbesuchs des Schahs von Persien durch Polizeigewalt ums Leben, was heftige Studentenunruhen nach sich zog, und im Staate New York , südlich der kanadischen Grenze produzierten die nicht allzugroßen Desilu-Studios eine neuartige Raumschiff-Serie mit dem Titel „Star Trek“ oder zu Deutsch „Raumschiff Enterprise“.

Jede Folge dieser Serie hatte eine Drehzeit von nur wenigen Tagen, und der russische Brückenoffizier Chekov stieß erst in der zweiten Staffel hinzu.
Für die dritte und gleichzeitig letzte Staffel wurde dann das Budget gekürzt, und es kam zwischen Captain Kirk und seiner dunkelhäutigen Kollegin Uhura zu einem Filmkuss, was in den Staaten einen echten Skandal auslöste. Ihre Lippen berührten sich in echt gar nicht, aber die Tatsache, dass sich ein Weißer und eine Schwarze so sehr annähern, war für viele US-Bürger schier untragbar. Die betreffende Episode der Serie kam in einigen Südstaaten erst gar nicht zur Ausstrahlung.

Fünf Jahre lang erforschte Kirks Raumschiff viele Lichtjahre von der Erde entfernt neue Welten und neue Zivilisationen, wie es immer so schön hieß im bekannten Vorspann. Das Schiff war 288,6 Meter lang und 127,1 Meter breit. Es verfügte über 21 Decks und musste im Jahr 2285 durch den eigenen Captain zerstört werden, da es sonst in die Hände der bösen Klingonen gefallen wäre.
So stand es geschrieben in den Drehbüchern.

Wer nun selbst gerne mal durch die erste, die klassische Enterprise NCC 1701 spazieren möchte, der kann dies tatsächlich tun, denn das Desilu-Studio bietet tatsächlich Set-Touren durch die alten Kulissen des Schiffes an. Ob Brücke, Pilles Krankenstation oder Scottys Maschinenraum… alles kann besichtigt werden…



79 Folgen lang befehligte der alte Haudegen Jams T. Kirk seine Mannschaft auf dem Captains-Chair, der sich bei dieser Tour natürlich auch bewundern lässt. Im Jahr 1969 stellte der US-Fernsehsender NBC die Serie dann erstmal ein. Die Zuschauerquote war zu schwach. 1973 folgte eine Zeichentrickserie, und ab 1979 wurden Kinofilme mit der alten Mannschaft um Kirk produziert. 1987 übernahm dann Captain Picard das Kommando einer völlig neuen Enterprise, die nun bedeutend größer ausfiel. In der Zwischenzeit waren die Klingonen keine feindliche Rasse mehr, die den Menschen ans Leder wollten, sondern Verbündete der Föderation…