Zahl der Geburten nimmt wieder leicht ab

Gibt es in Deutschland immer noch weniger Todesfälle als Geburten? Die Antwort ist schnell gegeben, und sie lautet schlicht und ergreifend: Ja. Und doch kommen hierzulande die meisten Menschen zur Welt im europäischen Vergleich, was aber auch daran liegt, dass wir das bevölkerungsstärkste Land sind.
Frankreich nimmt da übrigens den 2. Platz ein.

Tatsächlich liegt die Geburtenquote in Deutschland dauerhaft unter dem europäischen Durchschnitt. Lediglich in den sog. geburtenstarken Jahrgängen Ende der 1960er-Jahre reichten wir da heran. Das ist aber schon lange her, praktisch so lange, wie ich alt bin.

Die wenigsten Geburten gab es hier übrigens in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre. Warum eigentlich? Weil nach dem Mauerfall dann doch etwas Zuviel Chaos vorherrschte, und sich viele Menschen aus dem Ostteil des Lanes erstmal eine neue Existenz aufbauen mussten? In dieser Zeit gab es dort wahnsinnig viele Betriebsschließungen, und unsere Ossis lernten ein völlig neues deutsches Gefühl kennen: Zukunftsangst. Außerdem schauten viele missmutig auf die Ausländer im Land, und es flogen Molotowcocktails in einen Plattenbau mit hilflosen vietnamesischen Gastarbeitern. Nicht schön.

Na ja, wir haben immer hin fast 800.000 Geburten pro Jahr zu verzeichnen, und 80 Prozent dieser Kinder sind nicht von Armut betroffen. Vielleicht lässt sich diese Quote ja noch ein bisschen erhöhen. Reich genug ist unser Land ja schließlich im weltweiten Vergleich…

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Verweise

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/70512/geburtenziffer

https://rp-online.de/thema/kinderarmut/