Goldene Regeln für Öffentliche WC’s

Nicht immer können wir unsere eigene Toilette Zuhause aufsuchen. Oft sehen wir uns genötigt, einer öffentlichen WC-Anlage einen Besuch abzustatten, und dort begrüßt uns zumeist eine freundliche Dame, die am Eingang sitzt und einen Teller vor sich hat. Na ja, manchmal tippt sie auch auf ihrem Smartphone rum oder telefoniert damit lautstark in einer Sprache, die wir nicht beherrschen…

Wenn wir die Dame hinter uns gelassen haben, und noch überlegen, ob wir eigentlich das passende Kleingeld für diesen Toilettengang in der Geldbörse oder Hosentasche haben, folgt der große Moment, in dem wir die Tür einer freien Kabinentür aufreißen. Was wird uns erwarten?
Ich rechne dann immer mit allem und vollziehe diesen Akt entsprechend angespannt. Man hat schließlich schon viel gesehen in seinem Leben – besonders auf öffentlichen Toiletten, wo manche Leute keine Tabus zu kennen scheinen…

Ok, das WC wirkt äußerlich sauber. Keine braunen Spuren erkennbar. Dann ist ja alles gut. Aber die WC-Brille sollte man wohl trotzdem nicht anfassen, denn all die ganzen bösen Keime sind ja bekanntlich unsichtbar, und man will ich schließlich nicht infizieren.
Tatsächlich haben diese Brillen aber kein besonders hohes Infektionspotential, was allerdings bei den Wasserhähnen und Türklinken schon wieder ganz anders aussieht, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben. Dort lauern viel mehr Keime.

Lt. einem gewissen Herrn namens Christenfeld, der Psychologe an der Universität in San Diego / Kalifornien ist, gibt es übrigens eine Methode, die sauberste Kabine in einer öffentlichen WC-Anlage zu finden. Es ist nämlich immer die erste. Dorthinein verirren sich die wenigsten Leute, weil jeder denkt, es sei die am häufigsten benutzte. Tatsächlich ist sie somit also am wenigsten frequentiert was auch bedeutet, dass sie die geringste Menge an Bakterien vorzuweisen hat.

Na ja, am Ende sollte es auf jeden Fall immer heißen: Hände waschen – und wie wir gerade gelernt haben, ohne den Wasserhahn dabei anzufassen. Wenn wir Glück haben ist es ein automatischer. Ansonsten bitten wir einfach unseren Nebenmann, den Hahn mal eben für uns zu betätigen – und beim Rausgehen lassen wir uns die Tür aufhalten, was ja bloß eine Frage des richtigen Timings ist.

Und wenn wir dann noch mehr Glück haben, befindet sich auch die dicke, dunkelhäutige Toilettenfrau gerade nicht an ihrem Platz, die dort eben noch so energisch in ihr Telefon gebrüllt hat. So schleichen wir uns flink an ihrem Teller vorbei und fühlen uns gleich doppelt erleichtert. Erleichtert auch, weil wir nicht gerade um 50 Cent erleichtert geworden sind…