Syrien vor dem Krieg

Seit 2011 tobt in Syrien ein Krieg, der einst als Rebellenaufstand begann, und mit der Zeit immer unübersichtlicher wurde. Schnell mischten sich immer mehr internationale Mächte ein, um eigene Interessen durchzusetzen, und so ganz nebenbei versuchte sich auch noch der gefürchtete IS (Islamischer Staat) unter diesen chaotischen Verhältnissen zu etablieren, jedoch ohne langfristigen Erfolg.
Nach einiger Zeit konnten die extremen Islamisten wieder zurückgedrängt werden, und der polternde US-Präsident Trump möchte daraufhin seine tapferen Krieger gerne wieder nach Hause schicken…

Aber war Syrien wirklich so ein schlimmer Staat, mit einer Regierung, die ihr Volk unterdrückte oder womöglich schwer geiselte? Warum sollte sie gestürzt werden?

Denn eigentlich ließ es sich vor dem Krieg recht gut leben in Syrien, zumindest seit dem Tod des damaligen Führers Hafi al-Assad im Jahr 2000. Sein Sohn kam an die Macht und wollte vieles besser machen. Er sorgte für weitreichende Reformen, ließ politische Häftlinge frei und legalisierte das Internet.

Zu einer Demokratie wurde Syrien dadurch jedoch nicht, denn die Assad-Familie hätte ihre Macht niemals freiwillig aus der Hand gegeben. Mit ihrer sog. Baath-Partei hatte sie das Land fest in der Hand, so schien es zumindest.

Und Syrien galt als ein arabischer Staat, der sehr weit entwickelt war. Viele Touristen kamen wegen seiner Kulturdenkmäler und architektonischen Schätze.
Damaskus, die Hauptstadt des Landes, soll die älteste in Arabien sein.

Syrien war mit seinen 20 Millionen Einwohnern multikulturell. Mehrere Religionen existierten problemlos nebeneinander, und die Verfassung garantierte Religionsfreiheit.

Niemand musste Hunger leiden, denn Assad sorgte dafür, dass das Leben preiswert blieb. So konnte jeder die Preise für Essen gut bezahlen. Zudem verbesserte Assad das Sozialsystem. Immer mehr Menschen konnten sich Autos leisten vor dem Krieg. Das Bildungssystem war gut, und alle Kinder konnten kostenlos in die Schule gehen. Studierende mussten lediglich umgerechnet 12 Euro für die Universität aufbringen, und auch die Gebühren für die medizinische Versorgung waren sehr gering.

Mit dem „Arabischen Frühling“ im Jahr 2011 sollte sich das alles ändern. Ein zunächst friedlicher Protest gegen das Regime Assads eskalierte mit der Zeit, und erfuhr eine immer stärkere Einmischung durch andere Staaten. Amerikaner und Russen bemühen sich bis heute, dieses Land mit den wertvollen Rohstoffen auf ihre Seite zu ziehen.

Selbst wenn Trump nun wirklich seine Truppen aus dem kriegsversehrten Land abziehen will, werden es ihm die anderen beteiligten Nationen nicht nachmachen. Assad ist nie gestürzt worden, und der Bürgerkrieg wird wahrscheinlich noch lange dort wüten.