Gut zu wissen

Schreckgespenst Monsanto

Monsanto… ein riesiger Konzern scheint immer mehr Einfluss auf unsere Ernährung zu nehmen, und gerät ständig in die negativen Schlagzeilen. Jetzt will ihn auch noch Aspirin-Hersteller Bayer schlucken. Was bedeutet das eigentlich alles?

Monsanto wurde 1901 gegründet, ist an der Börse notiert und produziert Saatgut, Futtermittel und Mittel zur Unkrautbekämpfung, die mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat versetzt sind. Das Unternehmen ist in 61 Ländern vertreten, und unter anderem in der Kritik, weil es gentechnisch veränderte Feldfrüchte erzeugt, und eine energische Lobbyarbeit in der Politik betreibt.
Während des Vietnamkrieges stellte Monsanto das Entlaubungsmittel „Agent Orange“ her, mit dem das Amerikanische Militär im Vietnamkrieg über dem gegnerischen Territorium einen großen Schaden anrichtete. Auch dieser Umstand trägt natürlich keinesfalls zur Verbesserung des schlechten Rufs bei, gegen den die Firma permanent zu kämpfen hat.

Als weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie und im Besitz vieler Patente auf gentechnisch veränderte Organismen, wie Soja, Raps und Mais scheint Monsanto zunehmend unsere Nahrungskette kontrollieren zu wollen. So sehen viele in dem US-Konzern mittlerweile ein „Synonym für die Macht der Großkonzerne über unsere Lebensmittel“.
Hinzu kommt, dass sich Monsanto sehr lange nicht in die Karten schauen lassen wollte, und sich regelrecht vor der Öffentlichkeit abschottete. Mittlerweile gibt sich das Unternehmen allerdings transparenter und unterstreicht seinen wichtigen Beitrag für eine Zukunft ohne Hunger auf der Welt.

Tatsächlich forscht die „Gentechnik-Firma“ auch an Lösungen, die Ernährungsprobleme einer zunehmend überbevölkerten Welt bewältigen zu können, also praktisch die Menschheit vor dem Hunger zu retten.
So hat Konzernchef Hugh Grant jüngst versprochen, die Ernte-Erträge zu verdoppeln.

Hier ein Beispiel, wie Monsanto dabei vorgeht: Der Konzern macht seine Mais- und Soja-Saat durch Genmanipulation resistent gegen das ebenfalls vom ihm produzierte Düngemittel Glyphosaat, das insbesondere in den USA in großen Mengen auf den Monokultur-Feldern versprüht wird. Dieses giftige Mittel tötet dann alles ab, und es bleiben nur noch die Mais- oder Soja-Gewächse erhalten, die dann ungestört und um so intensiver gedeihen können.

Immer wieder werden Stimmen laut, die behaupten, dass Monsanto seine Konsumenten vergiftet, und es gibt tatsächlich Studien, die belegen, das gentechnisch manipuliertes Soja gesundheitliche Schäden bei Menschen und Tieren hervorruft. Entsprechend viele Klagen sind gegen das Unternehmen anhängig.

In Deutschland mögen gentechnische veränderte Lebensmittel nicht zugelassen sein, jedoch gibt es deutsche Firmen, die regelmäßig Gen-Soja von Monsanto in ihren Mastfabriken an Hühner, Enten, Gänse, Puten, Rinder und Schweine verfüttern.

Die US-Regierung ließ den Monsanto-Lobbyisten bislang weitestgehend freie Fahrt, während sie mit Europa ein weniger leichtes Spiel haben. Mittlerweile dürfen sie aber auch hier Gen-Soja anbauen, und zudem will der deutsche Pharmariese Bayer den das amerikanische Unternehmen, das bislang seinen Hauptsitz in St. Louis hat, übernehmen. Dadurch will Bayer zum weltgrößten Agrar-Chemiekonzern heranwachsen. Allerdings wird diese Übernahme aktuell noch von der EU-Komision geprüft. Eine Entscheidung soll am 5. April verkündet werden.

Monsanto mag am Ende sogar deutsch werden und möglicherweise die Welt retten eines Tages. Bis dahin werden wir das Unternehmen aber sicherlich noch sehr regelmäßig in den Schlagzeilen der Medien erleben und viele Parolen auf den Bannern von Aktivisten lesen, immer mit der über allem tronenden Frage: Ist das Unternehmen nun Fluch oder Segen für die Menschheit?

 

 

 


Links

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/monsanto-der-konzern-der-die-welt-vergiftet-oder-rettet/6802928.html

http://www.zeit.de/2015/49/monsanto-gentechnik-image-big-data

http://www.konzern-kritik.de/monsanto.htm

 

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