Reiseziel Tschernobyl: Wie verstrahlt ist es dort noch?

Derzeit ist eine TV-Serie dermaßen beliebt, dass sie jüngst von der Internet Movie Database (IMDb) zur besten aller Zeiten gekührt wurde. Gemeint ist der Fünfteiler „Chernobyl“, bei dem verstörend und beklemmend die Geschehnisse rund um die schlimme Reaktorkatastrophe im Frühling ’86 rekonstruiert werden.
Die Serie beschäftigt sich vorrangig mit den Fehlentscheidungen und Versäumnissen der Verantwortlichen, und mit den vielen mutigen Menschen, die sich im Angesicht des Todes bemühen Schlimmeres zu verhindern, und sich dabei selbst opfern, ohne es zu wissen.

Aber wie sieht es heute aus, vor Ort in Tschernobyl? Wie sehr ist dort die Arbeiterstadt Prypjat mit ihrem markanten, verwaisten Riesenrad noch verstrahlt? Kann man da durchlaufen, vielleicht so als Tourist? Ist das mittlerweile unbedenklich?

Tatsächlich kommen mittlerweile täglich Touristen in diese Gegend, und seit der Ausstrahlung dieser TV-Serie sogar plötzlich recht viele. Sie nehmen das Angebot geführter Touren wahr und dürfen alles fotografieren. Daneben sind viele Arbeiter damit beschäftigt, in der Sperrzone aufzuräumen.

In der Natur drumherum haben viele, zum Teil seltene Wildtiere, einen Zufluchtsort gefunden. Sie leben hier ungestört, und trotzen offensichtlich der Strahlung.

Was viele gar nicht wissen… der Reaktor in Tschernobyl war noch bis ins Jahr 2000 in Betrieb. Dann erst wurde er stillgelegt. Nun bekommt das Bauwerk eine neue Schutzhülle, damit die radioaktive Strahlung auch weiterhin von der Umwelt abgeschirmt werden kann, jedenfalls zum größten Teil, und das für die nächsten hundert Jahre. Die Kosten dafür, fast 2 Milliarden Euro, werden übrigens von vierzig Ländern und der europäischen Bank getragen.

Aber wie verstrahlt ist diese Gegend heute noch? Da habe ich auf der Seite tschernobyl-info.de folgenden interessanten Fakt entdeckt:

„Die Strahlenbelastung bei einem 24-stündigen Aufenthalt in Tschernobyl ist genau so hoch wie bei einem Flug von Paris nach New York City.“.

Über 600.000 Personen waren bis heute damit beschäftigt, die radioaktiven Abfälle und Rückstände zu beseitigen und zu säubern. Kurze Aufenthalte in Tschernobyl sind also relativ unbedenklich. Dort aber wieder zu leben würde allerdings doch wesentlich der Gesundheit schaden. Zudem gibt es dort immer noch Bereiche, die zu hoch verstrahlt sind für einen Aufenthalt. An denen führen die Touristenpfade weitläufig vorbei.

Wer also mal hin möchte… „Gamma Travel“ bietet das ultimative Tschernobyl-Erlebnis an. Die eintägige Gruppentour gibt es schon für 89 Euro…