Nostalgisches

Marken, die es nicht mehr gibt

Wir sind mit ihnen groß geworden, und dann haben sie uns verlassen: Altvertraute Marken, die für uns einmal dazu gehörten. Heute sind sie nur noch Schall und Rauch. dabei haben wir noch so manchen ihrer Werbejingles im Ohr…

Ein Beispiel gefällig? „Hier ist DEA, hier tanken sie auf…“
In den Fernsehwerbespotts der Deutschen Erdöl AG, drehte sich alles um den prolligen Manta-Fahrer „Super Ingo“. Das war in den Neunzigern. Heute hat er wahrscheinlich schon Halbglatze, und wenn er mal wieder Sprit für seinen Opel Astra braucht, muss er zu Schell fahren. Der Benzinanbieter mit der gelben Muschel hat DEA nämlich 2002 übernommen.

Hertie & Horten

Tja, da waren es nur noch zwei – zwei Warenhausketten, nämlich Karstadt und Kaufhof (Galeria). Hertie und Horten (mit der markanten silbernen Kachelfassade) wurden erst übernommen, und dann verschwanden sie.

Während Horten 1994 an Kaufhof ging und 98 von der Bildfläche verschwand, fand die Übernahme von Hertie durch Karstadt schon ein Jahr früher statt. Das ehemalige Frankfurter Warenhaus-Unternehmen existiert allerdings noch als Online-Shop.

Und die beiden großen Warenhaus-Ketten, die es noch gibt, sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Vorbei ist die Zeit, als es in diesen Häusern noch fast alles zu kaufen gab, vom Zollstock bis zum Heimcomputer. Vielleicht ist das auch der Grund für die beklagten mangelnden Umsätze heutzutage.

Schneider

Auch viele Marken in der Unterhaltungselektronik sind inzwischen vom Markt verschwunden. Darunter Nordmende, Telefunken, Blaupunkt und Saba.
Das Unternehmen Schneider aus Türkheim löste sich 2005 auf wegen Insolvenz.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Stereoanlagen von Schneider besonders günstig waren, und dieses Label für uns daher als Billigmarke galt.

Aber Schneider brachte auch Computer auf den Markt. Dafür wurde eine eigene Abteilung in Türkheim aufgebaut. Die Rechner hießen Amstrad und verschwanden ab 1988 wieder aus den Regalen.

Commodore Volkscomputer

Erfolgreicher konnte sich ab 1982 der Commodore 64 durchsetzen. Er galt schnell als der meistverkaufte Heimcomputer weltweit. Mit 16 Farben und einem Textmodus von 40 x 25 Zeichen, wobei für jedes Zeichen 8 x 8 Pixel zur Verfügung standen, setzte er Maßstäbe (-;

Wer etwas speichern wollte, benötigte jedoch zusätzlich einen Kassettenrekorder, der aber nicht so hieß, sondern Datasette. Ansonsten waren nämlich beim Ausschalten des Gerätes alle Daten wieder weg.

Computermagazine druckten seitenlange Listings mit Basic-Code ab. Wer die stundenlang in seinen Rechner einhämmerte, hatte danach ein sehr einfaches Spiel, bei dem er Raumschiffe abschießen konnte oder ähnliches. Zuvor gab es aber noch etliche „Syntax Error“-Fehlermeldungen, die auf Tippfehler in verschiedenen Zeilen hinwiesen…

Der Discounter Plus

So wie Twix einmal Raider war, war der Netto-Discounter (ohne Hund) einmal Plus.
Bis 2010 prangte das pregnante Logo in Blau/Orange über den Eingängen der schlichten Filialen. 2010 kam das Ende, denn Plus ging an Edeka – und die Filiallogos worden gelb.

Milde Sorte

Mein Opa rauchte noch Peer, das ist lange her, meine Mutter schwörte auf Lord Extra, und ich für meinen Teil fing erst gar nicht mit dem Qualmen an, was mich sehr uncool machte in einer Zeit, in der der Marlboro Mann im Kino noch einsam und erhaben durch die Prärie oder den Dschungel ritt, und uns Lucky Strike mit sehr ausgefallenen und witzigen Werbekampagnen unterhielt.

Marlboro, das war „der Geschmack von Freiheit und Abenteuer“ – bis der Marlboro Mann (Wayne McLaren) 1992 an Lungenkrebs starb, und sein Nachfolger (David McLean) es ihm nur drei Jahre später gleichtat.

„Für lebensfrohe Menschen“ gab es Milde Sorte. Geschmack, der Freude macht. Aber heute nicht mehr. das österreichische Produkt, das besonders bei den Damen beliebt war, verschwand irgendwann vom Markt.

Die Zeitschrift Quick

Bis August 1992 gab es neben Stern und Bunte die Zeitschrift Quick. Ich weiß auch noch, dass sie sich Anfang 1986 über den Skandalsong „Jeanny“ von Falco empörte, und den gesamten Songtext mit Szenenbildern aus dem „schlimmen“ Video abdruckte.
Trotzdem wollten mit der Zeit immer weniger Menschen das Blatt lesen bzw. durchblättern, und am Ende musste es leider eingestellt werden.

Wiener und Tempo

Auch die Zeitschriften Wiener und Tempo hatten ihre Zeit, und da galten sie als absolute Trendmagazine, die den urbanen Lebensstil der jungen Generation definieren sollten.
Na ja, ich für meinen Teil fand die bunten Artikel jedoch immer etwas sinnfrei. Was für Informationen konnte man da rausziehen?

Die Zeitschrift Wiener erschien in Deutschland von 1986 bis 1994, und die Tempo gab’s von 1986 bis 1996.

Quix, Scall, TeLMI Skyper

Bevor es so richtig los ging mit den Handys für Jedermann, waren Mitte der Neunziger Jahre die sog. Pager In. Sie hießen Quix, Scall, TeLMI oder Skyper und konnten als Funkempfänger Nachrichten empfangen. Zunächst nur Ziffernfolgen, dann auch Text. Sie waren schön bunt, und junge Leute hatten sie anstecken, so wie die Ärzte im Krankenhaus, die in dringend in den OP gerufen wurden.
Für mich war das uninteressant, obwohl ich zu dieser Zeit in der Krankenpflege tätig war. Trotzdem… der OP-Tisch war nie mein Revier…

 

Natürlich gab es damals noch viel mehr, was es heute nicht mehr gibt: Tamagochis, graue Telefone mit Wählscheibe und Kalkitos Rubbelbilder.
Und eine Zeit lang gab es sogar keinen erklärten Feind mehr unserer westlichen Zivilisation, als der Eiserne Vorhang laut scheppernd runterkrachte.

Also… es war nicht alles schlecht…

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.