Gut zu wissen

Deutschland als Einwanderungsland

Deutschland hat eine lange Geschichte als Einwanderungsland. Sie begann in der Zeit unseres Wirtschaftswunders, also in den Fünfziger Jahren. Da sah sich die noch junge Bundesrepublik dazu genötigt, im großen Stil sog. Gastarbeiter anzuwerben, was dazu führte, dass Konrad Adenauer 1955 das erste Anwerbeabkommen mit Italien abschloss.
Bis 1968 folgten weitere Abkommen mit Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien.

Dann, 1971 wurden Regelungen erlassen, die es einem Ausländer, der bereits fünf Jahre in Deutschland lebte ermöglichte, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Somit waren die Gastarbeiter abgesichert und es war ihnen erlaubt, ihre Familien nachholen.

Ab Mitte der 70er erfolgte eine verstärkte Einwanderung muslimischer Flüchtlinge aus Krisen- und Kriegsgebieten. Später kamen noch Studenten dazu.
So befand sich Deutschland in einer Einwanderungssituation, ohne offiziell ein Einwanderungsland zu sein. Es wurde immer noch davon ausgegangen, dass sich die Vielzahl der Gastarbeiter nur temporär in Deutschland aufhalten würden…

Die meisten Gastarbeiter aber sind geblieben, und heute versteht sich Deutschland als ein klassisches Einwanderungsland.
2004 verabschiedete der Bundestag ein Zuwanderungsgesetz, und 2007 einigten sich Bund, die Länder und verschiedene Organisationen aus der Zivilgesellschaft auf einen nationalen Integrationsplan.

Nun hat die SPD aktuell das sog. Fachkräfteeinwanderungsgesetz in den Bundestag eingebracht, um die Einwanderung in Deutschland noch mehr zu fördern, und Migration zu steuern und zu ordnen, da aus ihrer Sicht hunderttausende Fachkräfte fehlen.
Auch auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung wird erklärt, dass Deutschland auf Einwanderung angewiesen ist, da die Zahl der erwerbsfähigen Menschen schrumpfen wird, und Fachkräfte dringend benötigt werden.

Optimal wäre es natürlich, wenn tatsächlich nur jene Fachkräfte ins Land kämen, die wir auch benötigen, und die sich dann sofort bei uns nützlich machen könnten.
Für die klassischen Einwanderungsländer USA, Kanada oder Australien ist genau dies das Kriterium, und entsprechend selektieren sie, indem sie mit komplizierten Punktesystemen arbeiten.
Deutschland selektiert hingegen kaum, und nimmt eine große Menge unqualifizierte Zuwanderer auf, die dann leider direkt durch das Sozialsystem längerfristig oder gar dauerhaft unterstützt werden müssen.

So besteht die Herausforderung für die Bundesrepublik wohl aktuell darin, diese vielen Menschen, die als Zuwanderer ins Land kommen und eben keine Fachkräfte sind, schnell zu integrieren, zu qualifizieren und in Arbeit zu bringen damit sie nicht zu einer dauerhaften Belastung für unser System werden, sondern dieses künftig mittragen…


Statistik: Anzahl der Zuwanderer nach Deutschland von 1991 bis 2017 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Quellen

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/196652/einwanderungsland-deutschland

https://www.vorwaerts.de/artikel/fachkraefteeinwanderungsgesetz-grosser-erfolg-spd

https://www.deutschland.de/de/topic/leben/demografischer-wandel-und-zuwanderung-in-deutschland

http://www.bamf.de/DE/Migration/migration-node.html