Auf Zeitreise im Badezimmer

Das Badezimmer ist für viele von uns ein Hort der Erleichterung, der Erholung und der Pflege. Wir genießen ein verwöhnendes Schaumbad oder erneuern mit viel Sorgfalt unser Make Up. Mit Lockenstab oder Föhn bearbeiten wir unsere Haare, und mit Q-Tips bohren wir uns munter in den Ohren herum – dies übrigens seit 1926, denn in diesem Jahr wurden die Wattestäbchen erfunden – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Einen elektrischen Föhn warf die Firma „Aus Erfahrung gut“ bzw. „Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft“ abgekürzt „AEG“ 1900 auf den Markt, und er konnte sich bis heute gut behaupten, behaupte ich mal.

Schauen wir uns weiter um im Badezimmer…. unsere Zahnbürste wurde 1954 elektrisch, da erfuhr sie ihre Markteinführung durch eine Firma aus der Schweiz, und wenn wir schon mal beim Begriff „Einführen“sind… moderne Tampons für die Regelblutung bei unseren holden Damen wurden ab 1933 in den Vereinigten Staaten zum Kauf angeboten, zunächst exclusiv vertrieben von der Firma Tampax, die darauf das Patent hatte.
Historiker gehen allerdings davon aus, dass es bereits im alten Ägypten zur Zeit der Pharaonen erste Tampons gab, die aus weichen Papyrusblättern bestanden.

Auch unsere Toiletten waren natürlich nicht immer mit einer Wasserspülung versehen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden erste WC’s in Schössern installiert, wobei die damals führende Industrienation England hier eine Vorreiterrolle spielte. Bei uns in Deutschland fanden diese modernen Toiletten dann zunächst in den Städten ihre Ausbreitung, sofern dort schon Wasseranschlüsse und Kanalisation vorhanden waren. Auf dem Land musste man hingegen noch lange die sog. Plumpsklos aufsuchen, wenn es galt, dringende große oder kleinere Geschäfte zu erledigen…

Bevor es das so allseits beliebte und gerade in Corona-Zeiten über alle Maßen begehrte Toilettenpapier in Rollenform gab, verwendeten unsere Vorfahren zur Reinigung ihres Allerwertesten Lumpen aus Textilien, Schwämme oder sogar lebendes Federvieh. Auch wurde in manchen Kulturen, darunter Asien, lediglich die eigene linke Hand zur Reinigung des Afters nach dem Stuhlgang zum Einsatz gebracht.

Ihr seht, es gibt selbst in unseren Badezimmern viel Geschichtliches zu entdecken. Unsere Nasszellen sind gespickt mit zahlreichen Utensilien, die erst einmal nach langer Durststrecke erfunden werden mussten, um uns heute unser Leben so sehr zu erleichtern. Zudem ist erst relativ spät die Hygiene in unser Leben eingekehrt, und seit uns der Corona-Virus im Nacken sitzt, achten wir sogar noch viel stärker auf sie…

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