Die letzten großen Zeppeline

Ihre technischen Bezeichnungen lauteten LZ127, LZ129 und LZ130. Fertiggestellt wurden sie 1928, 1936 und 1938. Während die LZ127, die legendäre Graf Zeppelin noch ein Produkt der Weimarer Republik war, kamen die die beiden Luftschiffe LZ 129 „Hindenburg“ und LZ 130 „Graf Zeppelin II“ unter Hitler zum Einsatz.

Mit der LZ 127 „Graf Zeppelin“ unternahm ein Luftschiff erstmals regelmäßige Passagierfahrten über den Atlantik. 21 Monate hatten die Deutschen an diesem erfolgreichsten Verkehrsluftschiff seiner Ära gebaut, das neben dem amerikanischen Kontinent auch den Orient, die Sowjetunion und das nördliche Polargebiet bereiste, und 1929 sogar eine Weltumrundung unternommen hatte.
Da der Bau des geplanten Nachfolgeschiffes LZ128 verworfen wurde, weil ein britisches Luftschiff im Oktober 1930 wegen seiner Wasserstoff-Fülling in Flammen aufgegangen war, plante man den Bau eines Luftschiffes, das mit nicht brennbarem Helium betrieben werden konnte: Die „Hindenburg“ (LZ129). Leider waren die Amerikaner nicht dazu bereit, das begehrte Edelgas an Deutschland zu liefern, und nur sie verfügten in dieser Zeit über die nötigen Vorräte.
Die Hindenburg (LZ129) unterschied sich in ihrer Konstruktion deutlich von den Vorgängermodellen. Erstmals war bei diesem Luftschiff der Passagierbereich nicht mehr in der aufgehängten Gondel untergebracht, sondern direkt im unteren Bereich der großen Hülle integriert, die nach der Absage der Amis leider wieder nur mit Wasserstoff befüllt werden konnte. Dadurch gab es viel mehr Raum für die Reisenden, und ihr Bereich war nun großzügig und luxuriös. In der Gondel befanden sich nur noch die Diensträume der Crew. Erstmals erfolgte der Antrieb des Zeppelins durch vier 16-Zylinder V-Motoren von Daimler-Benz.
Zur Eröffnung der Olympiade 1936 flog die Hindenburg über das vollbesetzte Berliner Stadion, und zog die Olympiaflagge hinter sich her. Dann gingen die Atlantikfahrten nach New York und Rio De Janeiro los. Nach 63 Fahrten kam es am 6. Mai 1937 schließlich zur bekannten Katastrophe in Lakehurst bei New York, um die sich bis heute Verschwörungstheorien ranken, weil die Ursachen bis heute nie ganz aufgeklärt werden konnten. Man geht aber davon aus, dass es einfach eine Verkettung unglücklicher Umständ war, ausgelöst durch einen Funkenschlag.

Tatsächlich war die Hindenburg-Katastrophe noch nicht das Ende der großen Zeppelin-Ära. Ein Jahr später, also 1938, nahm nämlich die LZ130 ihren Betrieb auf, das als Schwesternschiff der Hindenburg galt, und einige Verbesserungen in Technik und Ausstattung aufzuweisen hatte. Der wichtigste Faktor eines neuen Sicherheitskonzeptes war aber die Verwendung von Helium statt Wasserstoff, und
wieder trat man an die Amerikaner heran, um mit ihnen ins Geschäft zu kommen.
Wie bereits bei der Hindenburg, verweigerten die Amis auch bei der LZ130, die übr igens den Namen „Graf Zeppelin II“ ver liehen bekam, einen entsprechenden Deal mit den Deutschen. Dafür gab es mehrere gute Gründe: Deutschland hatte seine Zeppeline im Ersten Weltkrieg als Waffen gegen die Feinde losgeschickt, und die Nazis hatten aktuell Österreich annektiert. So musste wieder auf Wasserstoff
zurückgegriffen werden, was dazu führte, dass die LZ130 aus Sicherheitsgründen keine Freigabe für das befördern von Passagieren im Linienverkehr bekam. Die Fahrten, die mit diesem Luftschiff daraufhin unternommen wurden, waren somit lediglich Test- und Propaganda-Fahrten.
Einmal war die „Graf Zeppelin II“ auch
unterwegs um an der englischen Küste zu spionieren.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939, blieben die Zeppeline am Boden.
1940 er ließ Göring als Chef der deutschen Luftwaffe den Befehl, die alte Graf Zeppelin 1 und die neuere Graf Zeppelin 2 sowie alle Zeppelin-Anlagen zu verschrotten. Insbesondere das Aluminium sollte für die Kriegsgerät-Produktion wiederverwertet werden. Zerlegt wurde dabei auch das Ger ippe eines weiteren Luftschiffs, welches sich gerade in der Konstruktionsphase befand: Die LZ131. Sie sollte ihre Vorgänger eigentlich an Größe und moderner Technik über treffen, und den Namen „Friedrichshafen“ tragen.
Dazu kam es nun nicht mehr.

Nach dem Krieg war das Zeitalter der großen Zeppeline dann endgültig vorbei. Die´Flugzeuge traten ihren endgültig ihren Siegeszug an…