Unsere Reise zum Spukhaus

Als Kinder haben Sven und ich den Film Amytiville Horror immer wieder auf Super 8 geschaut, und uns dabei gehörig gegruselt. Das war in den frühen 80er-Jahren.
Heute haben wir uns an den Ort begeben, an dem das alte Spukhaus immer noch steht, um das es in dem Steifen geht, nämlich zur Ocean Ave 112 in Amytiville Long Island bei New York.

„Die Fenster oben sind ja anders…!“, stellt Sven etwas enttäuscht fest, und ich erkläre ihm, dass die eben mal ausgetauscht worden sind, zwischenzeitlich.
Dann treten wir noch etwas dichter heran, bevor wir erwartungsvoll abwarten. Es sind einfach keine Geisterstimmen zu hören, kein unheimliches Kindergelächter, und noch nicht einmal knarrende Türen. Außerdem gewittert es nicht.
„Na sowas…“, denken wir uns, und dann ziehen wir wieder von dannen.

„Wir können ja noch was Anderes machen…“, meine ich schließlich zu meinem besten Freund aus alter Zeit, „…vielleicht Freiheitsstatue, oder mal kurz raufgehen auf die Zwillingstürme des World Trade Centers!“.
„Die gibt’s doch gar nicht mehr, seit da mal zwei Flugzeuge reingeflogen sind…“, antwortet Sven, „…und bei Miss Liberty muss man immer so lange anstehen!“.

„Na gut, dann fahren wir eben wieder nach Hause…“, lautet mein abschließender Vorschlag des Tages, und Sven kann gerade so, anmutig tänzelnd, einem frischen, amerikanischen Hundehaufen ausweichen, während er sich über ein Verkehrsschild lustig macht, das wir in Deutschland nicht kennen, und eine Dose Rootbear öffnet.

In Kürze gibt es dann wieder Fanta oder Capri Sonne, ausschließlich vertraute Verkehrsschilder und weniger furchteinflößende Häuser als in der Ozeanstraße…