Intensivstationen gelangten auch 2017 an ihre Kapazitätsgrenzen

Aktuell liegen 2633 Patienten wegen Covid 19 auf den Intensivstationen unseres Landes. Ihr Anteil an den Intensivpatienten liegt bei über 9%, Tendenz steigend. Nun wird die Warnung immer lauter, dass Ärzte bald die sog. Triage zur Anwendung bringen müssen.

Die allermeisten Patienten auf den Intensivstationen sind Opfer von Schlaganfällen, Herzinfarkten, schweren Unfällen, komatösen Zuständen, Ausfall von Organfunktionen, Lungenembolien oder Schocks, oder sie müssen dort nach schweren Operationen verweilen.

Bei einer Triage fehlt die Kapazität, um alle Akut-Patienten behandeln zu können. Die Ärzte können sich also nicht mehr um alle kümmern und müssen einen Teil der Patienten aufgeben, die sie noch hätten retten können. Keine Frage, dass so eine Situation einen absoluten Alptraum für Patienten und Mediziner bedeutet.

Bereits Anfang 2017 wurden volle Intensivstationen durch Grippe-Patienten beklagt. So schrieb z.B. die Zeitung „Stuttgarter Nachrichten“ vom 19.01.2017: „Häufig ist der Krankheitsverlauf schwerwiegend. Insbesondere ältere Menschen müssen wegen einer Influenza sogar auf der Intensivstation versorgt werden. Dort gerät man immer wieder an die Kapazitätsgrenze.“

Als tödlichste Grippewelle seit 30 Jahren gilt jedoch jene im Winter 2017 / 2018. Sie kostete lt.Ärzteblatt über 25.000 Menschen in Deutschland das Leben. Covid19 forderte hierzulande seit Anfang des Jahres über 11.000 Todesfälle. Kommen wir in den nächsten Wochen auf einen ähnlich hohen Wert wie vor drei Jahren? Geraten unsere Intensivstationen in eine ähnlich dramatische Lage?

Bislang konnten 77% aller Corona-Patienten, die auf die Intensivstation verlegt werden mussten, erfolgreich behandelt werden. 23% verstarben (Tagesbericht, Divi-Intensivregister vom 05.11.20).


Verweise

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.influenza-grippepatienten-landen-auf-der-intensivstation.f3575639-eafd-4462-9ad1-aea973b30d7d.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren