Jeder 39.000ste wegen Corona auf Intensivstation

Wenn die Entwicklung so weitergeht, ist in den nächsten Tagen jeder 39.000 Bürger dieses Landes wegen Covid19 auf einer deutschen Intensivstation. Genau dieser Fakt begründet für die Politiker den aktuellen Lockdown. Bricht unser Gesundheitssystem wirklich zusammen, oder ist diese Propagierung am Ende nur Panikmache?

Laut Divi-Intensivregister liegen heute 2061 Menschen in Deutschland auf den Intensivstationen. 1086 werden invasiv beatmet, wurden also intubiert. Inzwischen werden auch Patienten aus anderen EU-Ländern, in denen die Intensivbetten tatsächlich knapp werden, nach Deutschland verlegt.

Rechnen wir das Ganze doch mal runter auf eine Stadt wie Bitterfeld, Bautzen oder Mettmann. Sie haben alle rund 39.000 Einwohner. Bleiben wir bei Bitterfeld. Ein einzelner Bitterfelder Bürger muss wegen Covid19 auf der Intensivstation behandelt werden. 46 weitere Einwohner haben ein positives Corona-Testergebnis, und einige von ihnen zeigen Symptome wie Fieber, trockenen Husten oder Müdigkeit. Die restlichen 38.950 Bewohner der schönen Stadt in Sachsen-Anhalt geht es gut.

Viele aber sind in großer Sorge oder gar Panik, dass es auch sie erwischen könnte. Dass auch auf sie die Beatmungsmaschine wartet, und so nehmen sie den ausgerufenen Lockdown mit allen wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen dankbar hin. Zumindest suggerieren uns das die Umfragen, die in den Medien kursieren.

Gut 600.000 Menschen werden ihren Job verlieren lt. dem Institut der Deutschen Wirtschaft, wenn der Lockdown wirklich nur auf die angekündigten vier Wochen beschränkt bleibt. Die Kosten diese Maßnahmen werden sich voraussichtlich auf 19,3 Milliarden Euro belaufen.

Wie ernst ist die Lage?
Tobias Hans, der Ministerpräsident des Saarlands, sieht einen Kollaps auf die Intensivstationen der 1900 Krankenhäuser in Deutschland zukommen. Gleichzeitig plant die Bundesregierung eine Bundesweite Verteilung von Corona-Patienten, um Engpässen vorzubeugen, die in einzelnen Regionen entstehen könnten.

Der Chef der Helios-Kliniken, Francesco De Meo, erklärte hingegen jüngst, dass ein vorsorgliches Freihalten von Betten für Covid19-Patienten nicht nötig sei. Bei der ersten Corona-Welle im März war genau dies eine Vorgabe. Für jedes freigehaltene Bett erhielten die Krankenhäuser sogar eine Prämie vom Staat.
In dieser Zeit waren die Helios-Kliniken allerdings „weit davon weg, nicht genug freie Intensivkapazitäten zu haben“, so De Mer. Zudem stellte er noch fest: „Unsere Krankenhäuser können ganz erheblich mehr an Covid-19 verkraften, als wir im März angenommen haben.“

Die weitere Entwicklung bleibt nun abzuwarten, und die Frage, ob der Lockdown in dieser Form gerechtfertigt ist, wird sich wohl erst im Nachhinein beantworten lassen. Hoffen wir darauf, dass die Kollateralschäden verhältnismäßig bleiben…


Verweise

https://www.divi.de/register/tagesreport

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/coronavirus-wirtschaft-lockdown-jobs-100.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Corona-Reichen-die-Kapazitaeten-auf-Intensivstationen,corona5088.html

http://www.finanztreff.de/news/helios-chef-vorsorglich-betten-frei-halten-nicht-noetig/22301699